Auf der Suche nach dem passenden Geschäftsmodell für die eigene Selbstständigkeit, muss das Rad nicht gleich neu erfunden werden. Warum nicht auf Strukturen und Gewerbe setzen, die sich in ihrer Grundform seit mehreren Tausend Jahren bewährt haben und dabei von den Großen profitieren? Dies ist meine Reise in die Welt des eCommerce-Riesen Amazon.

Diese Blogserie wurde ursprünglich Mitte 2016 geschrieben und auf meinem damaligen Blog veröffentlicht. Sie zeigt nicht nur meine Schritte ins erste „richtige“ Online-Business, sondern ist auch Grundlage für mein erstes Buch, Der Amazon FBA Guide, das es mittlerweile zum Amazon-Bestseller geschafft hat.

Während ich im August 2016 beginne diese Zeilen zu schreiben, liegt mein erster Testlauf mit dem FBA-Programm von Amazon gerade hinter mir und ein neues Kapitel vor mir. Eines kann ich bereits jetzt sagen: Hätte mich der Test nicht überzeugt, dann gäbe es diesen Beitrag hier nicht. Ich möchte dich deshalb einladen, in den folgenden Beiträgen dieses extrem spannende und lukrative Geschäftsmodell kennenzulernen und dabei von meinen damaligen Herausforderungen und Learnings zu profitieren.

Beginnen wir nun am Anfang meiner Suche.

Die Suche nach dem passenden Geschäftsmodell

Schaut man sich nach Ideen für ein Business um, dass man vom eigenen Schreibtisch aus, oder besser noch: ortsunabhängig, betreiben kann, stößt man auf Tipps für immer ähnliche Vorgehensweisen. Die Kurzversion lautet: Finde deine Leidenschaft oder suche einen roten Faden im Lebenslauf, baue dir damit eine Reichweite im Internet auf und verpacke anschließend dein Wissen in digitale Infoprodukte, die du verkaufen kannst. Es scheint auch so zu funktionieren, doch wirklich warm geworden bin ich mit dem Konzept bisher nicht. Es ist wie schon bei der Wahl eines Ausbildungs- und Studienplatz: Mich interessiert alles und nichts. Neben der Lust zu schreiben bestand meine Leidenschaft im Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung, auch Unternehmertum genannt.

Aber es muss ja auch nicht gleich etwas ganz Neues sein. Wieso nicht auf Geschäftsmodelle setzen, die seit jeher funktionieren und die jeder versteht? Ich beantragte also meinen Gewerbeschein und entdeckte ein altes Gewerbe auf ganz neue Art.

Alt bewährte Strukturen auf moderne Art

Der Handel – er gilt als einer der ältesten Gewerbe der Welt und zählt darüber hinaus wohl dennoch zu den simpelsten. Waren werden günstig beschafft und anschließend mit Gewinn an den Endverbraucher weiterverkauft.

Einen eigenen Laden oder Online-Shop zu betreiben, daran hat sicher jeder schon mal gedacht. Spätestens aber alle Ideen bei den Gedanken an Konkurrenz, Papierkram und die viele zusätzliche Arbeit wieder verworfen. Mit dem Einzug des Internets hat sich diese Komplexität zwar ein Stück weit vereinfacht, doch fühlt man sich mit einem eigenen Online-Shop gegen die Macht der eCommerce-Riesen nicht gerüstet. Man gibt auf oder fängt gar nicht erst an. Aber es geht auch anders.

Als ich im Februar 2016 von den Erfolgsgeschichten und Möglichkeiten erfuhr, die über das sogenannte Amazon FBA Programm kursierten, war ich sofort ziemlich angetan. Ich wollte mehr darüber wissen. Also verschlang ich alle Blogs und Podcasts, die ich finden konnte und arbeitete mich Stück für Stück in das Thema ein. Ich wollte wissen, was dahinter steckt und mir eine eigene Meinung bilden. Für mich war klar:

„Wenn das funktionieren kann, will ich dieses Wissen teilen und dazu beitragen, dass auch andere ihren Zielen mit diesem Konzept verwirklichen können!“

Dies ist nun meine persönliche Amazon FBA Story und der erste Teil der Beitragsserie, in der ich dir Einblicke in die Welt des Onlinehandels mit Amazon geben möchte. Ich erkläre dir, wie du passende Produkte und Hersteller findest, worauf du achten solltest, was finanziell und zeitlich auf dich zukommt, wie du einen ersten Testlauf startest und einiges mehr.

Legen wir los!

Amazon FBA – Vorteile und Hintergründe des Businessmodells

Fast jeder Mensch kennt, versteht und nutzt Amazon. Was viele aber bisher nicht wissen, ist, dass einige der Angebote gar nicht von Amazon selbst verkauft werden. Dahinter stecken immer mehr Verkäufer, die sich die Vorteile der Plattform zu Nutze machen.

Man kann über das Unternehmen denken, was man möchte, aber eines ist klar – Amazon ist ein Gigant im eCommerce und erfolgreich noch dazu! Nicht nur, weil Millionen Kunden ihre Kreditkartendaten dort hinterlegt haben und mit einem Klick einkaufen können. Die Infrastrukturen und das Prime-Angebot laufen im deutschsprachigen Raum außer Konkurrenz.

Aber von vorn:

FBA bedeutet „Fulfillment by Amazon“, was zu Deutsch so viel heißt wie „Versand durch Amazon“. Es ist die Möglichkeit, eigene Produkte über Amazon zu verkaufen und versenden zu lassen und nebenbei von der Bekanntheit, dem Vertrauen und der gesamten Logistik zu profitieren. Dafür lässt sich Amazon Gebühren, bestehend aus dem Preis für das Verkäuferkonto, sowie Verkaufs- und Versandgebühr, zahlen. Alle Kosten sind transparent und nachvollziehbar. Man kann sich also einen guten Überblick verschaffen, bevor man sich für oder gegen das Modell entscheidet.

Die Möglichkeit, über den Amazon-Marktplatz selbst seine Waren zu verkaufen, ist den Meisten bekannt. Dass man sich aber durch Amazon auch noch Lagerung, Versand, Bezahlung, Marketing usw. abnehmen lassen kann, eher nicht. Zwar gibt es in den letzten Monaten einen regelrechten Hype um das Thema, jedoch (noch) nicht all zu weit über die Online-Szene hinaus. Es schien mir aber von Anfang an ein Konzept zu sein, was Sinn macht. Zeit also, darüber zu berichten.

Vorteile vom Verkauf und Versand über Amazon im Überblick:

  • Kein eigener (Online-)Shop nötig
  • Keine Arbeit mit Versand und Retouren
  • Keine eigene Lagerhaltung
  • Kundenservice übernimmt (hauptsächlich) Amazon
  • Chancen, Millionen potentieller Kunden zu erreichen
  • Vorteile des Prime-Versands
  • Transparente Preispolitik
  • Weitere Marketingmöglichkeiten innerhalb der Amazon-Plattform

Ein Konzept für das eigene Business mit FBA

Wie lassen sich aber nun die Vorteile der Infrastruktur in ein eigenes Geschäftsmodell integrieren? Der Schlüssel heißt „Private Labeling“ und bietet uns die Möglichkeit, standardisierte Produkte zu kaufen, zu verändern bzw. neu herstellen zu lassen und unter unserem eigenen Markenzeichen in den Verkehr zu bringen.

Die Idee und die Arbeit mit dem Konzept umfasst grob folgende Schritte:

  1. Produkt: Ein geeignetes Produkt zum Verkauf finden
  2. Hersteller: Einen Hersteller für das Produkt finden
  3. Herstellung: Änderungen und Branding mit dem eigenen Logo
  4. Lieferung: Versand / Import / Verzollung / Qualitätskontrolle
  5. Launch: Erstellen des Listings / Versand der Ware an Amazon
  6. Optimierung: Erste Verkäufe generieren, optimieren und Werbung schalten

Auf die einzelnen Schritte werde ich in den kommenden Beiträgen noch weiter eingehen. Vorerst möchte ich dir nur die Idee des Konzeptes etwas näher bringen.

Es geht bei diesem Geschäftsmodell nicht ums schnelle Geld durch den überteuerten Verkauf von Billigprodukten. Auch nicht darum, ein völlig neues Produkt zu erfinden bzw. herstellen zu lassen oder eine Marktlücke zu füllen. Insgesamt sollte es dein Ziel sein, ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen und hochwertige Produkte unter einer eigenen Marke zu verkaufen, die dem Kunden einen Vorteil und bestmögliche Qualität bieten. So ein Vorteil kann vieles sein. Von der Optimierung des Listings (die Angebotsseite mit der Produktbeschreibung auf Amazon) gegenüber der Konkurrenz, bis hin zu herstellungsbedingten Verbesserungen am Produkt.

Unter einer eigenen Marke zu verkaufen schützt uns dabei etwa vor Nachahmern und Preisdumping. Wir sind selbst Hersteller des Produktes und somit kann niemand exakt das gleiche Produkt – etwa zu einem günstigeren Preis – über unser Listing anbieten. Darüber hinaus wollen wir uns in einer bestimmten Nische etablieren und künftig weitere ähnliche Produkte anbieten. Deshalb sollte sowohl der Markenname als auch die Nische, in der man verkaufen möchte, gut durchdacht werden.

Möglichkeiten für die Produktbeschaffung gibt es dabei viele. Am weitesten verbreitet ist das Sourcen (also Herstellung und Import) aus Asien, vorwiegend China. Im Grunde genommen also ähnlich, wie es große und bekannte Marken auch machen. Aber auch Produkte in Deutschland oder anderen europäischen Ländern herstellen zu lassen kann Sinn machen. Letztendlich ist es immer eine Frage des Produktes und dessen Komplexität, der Transportwege und des eigenen Kapitals.

Ich konnte dir mit diesem ersten Teil nun hoffentlich einen guten Überblick verschaffen. Bevor wir uns endgültig in die Produktrecherche und Herstellersuche stürzen, klären wir zuvor im nächsten Teil, welche Voraussetzungen du zum Starten benötigst und mit welchen Kosten du rechnen solltest.

Wenn du dich bis dahin zu Themen rund ums Fulfillment by Amazon austauschen willst, dann schau mal in unserer neuen FBA-Community auf Facebook vorbei.


Alle Beiträge der FBA-Serie:

  1. Vor dem Start
  2. Vorbereitungen für FBA
  3. Produktrecherche und Kriterien
  4. Herstellersuche und Erstkontakt
  5. Ware bestellen und importieren
  6. Listing und Launch
  7. FBA Case Study



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