Alle Reden von Online-Business und dem Start in die ortsunabhängige Selbstständigkeit über E-Commerce oder ein Smartes Vermietungsgeschäft. Aber der Sprung ins kalte Wasser ist nicht für jeden etwas. Warum nicht zuerst Freelancer werden und bereits vorhandene Skills als Dienstleistungen anbieten? Von der Kunst, seine Leidenschaft zu Geld zu machen und das (Arbeits-)Leben freier zu gestalten – als Freelancer!

Was ist ein Freelancer?

Ein Freelancer ist ein sogenannter freier oder auch freischaffender Mitarbeiter. Gelegentlich wird er auch als Honorarkraft bezeichnet. Er ist also ein Dienstleister und arbeitet auftragsbezogen für verschiedene Personen und Unternehmen, ohne dort fest angestellt zu sein. Darüber hinaus stellt er für seine Leistungen selbst Rechnungen aus. Damit ist der größte Unterschied zum Angestelltenverhältnis, dass der Freelancer kaum bis gar nicht zeitlich oder örtlich an einen Auftraggeber gebunden ist und auch keinen Weisungen unterliegt.

Er ist frei.

Zudem hat ein Freelancer keine Mitarbeiter, er erbringt seine Dienste selbst. Freelancer werden häufig von Unternehmen beauftragt, um einzelne Projekte zu erledigen. Meist sind das solche, für die es sich nicht lohnt, neue Mitarbeiter fest einzustellen. Ein Beispiel dafür ist die Erstellung und Gestaltung einer Internetseite. Gerade für kleine Unternehmen macht es keinen Sinn, dafür extra einen Webdesigner einzustellen. 

Wer Freelancer werden will, sollte neben den Vorzügen aber auch darauf achten, dass die eigene Tätigkeit nicht zur Scheinselbstständigkeit wird. Das kann schnell der Fall sein, wenn du (fast) ausschließlich für einen einzigen Auftraggeber arbeitest, dich dessen Weisungen unterwirfst und ähnliche Tätigkeiten ausübst, wie dessen übrige Arbeitnehmer. Der Auftraggeber entzieht sich dadurch seinen gesetzlichen Pflichten (beispielsweise den Sozialleistungen) und macht sich zudem strafbar. Als Freelancer solltest du daher immer auch als solcher auftreten oder dich bei Unklarheiten professionellen Rat holen (z.B. bei einem Steuerberater oder Rechtsanwalt).

Freiberufler versus Freelancer

Freelancer und Freiberufler sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

„Ein Freiberufler kann auch gleichzeitig Freelancer sein – umgekehrt müssen aber die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt werden.“

Dieser Satz trifft es ganz gut. Auf den ersten Blick scheint zwar beides das Gleiche zu sein, allerdings sind sie in der Tiefe verschieden. Der größte Unterschied ist, dass du als Freelancer ein Gewerbe anmelden musst. Du hast somit die Pflicht, Gewerbesteuer zu zahlen – natürlich aber erst, wenn du die Umsatz- bzw. Einkommensgrenze hierfür überschreitest. Zudem unterliegt die Tätigkeit des Freelancers keinem speziellen Katalog, wie es bei den Freiberuflern der Fall ist. Somit steht dir für den Start also nicht viel im Wege.

Wie kann ich zum Freelancer werden?

Gute Nachricht: Wenn du Freelancer werden willst, kannst du quasi sofort loslegen! Bevor du aber von vornherein deine Energie mit zu viel Papierkram vergeudest, solltest du stattdessen direkt anfangen, dir Aufträge zu suchen. Erst dann kommt alles Weitere step by step. Diese Schritte solltest du dabei nacheinander angehen:

  1. Auftraggeber finden
  2. Gewerbe anmelden (über ein Formular beim Ordnungsamt – geht z.B. in Berlin auch online)
  3. Überlegen, ob die Reglung für Kleinunternehmer in Frage kommt
  4. Fragebogen des Finanzamts ausfüllen

Schrecke bitte nicht zu sehr vor der Bürokratie zurück. Es ist harmloser als du vielleicht denkst und Behörden helfen meist gerne bei Fragen weiter.

Was kann ich als Freelancer machen und wie komme ich an Aufträge?

Als Freelancer hast du viele Möglichkeiten, um an Aufträge zu kommen. Ähnlich wie als Freiberufler, kannst du unter Anderem

  • in sozialen Netzwerken wie Facebook
  • in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn
  • über private Netzwerke
  • durch Empfehlungen
  • auf Messen und Veranstaltungen
  • durch Kaltakquise

nach Auftraggebern suchen. Darüber hinaus gibt es unzählige Internetportale, auf denen du deine Dienste anbieten kannst oder dich auf bereits ausgeschriebene Projekte bewerben kannst. Ein paar der bekannten Plattformen sind diese:

  • Twago ist ein führender Freelancer-Marktplatz in Europa
  • Projektwerk ist ein etwas kleineres Portal
  • Freelance.de ist ein deutsches Portal aus München
  • Textbroker und Content sind Portale speziell für Texter
  • Upwork ist das weltweit größtes Freelancer-Portal aus den USA

Die Möglichkeiten für Freelancer-Jobs sind enorm: Übersetzer-Jobs, Schreibaufträge (von kurzen SEO-Texten über anspruchsvolle Blogartikel bis hin zu ganzen Büchern), Programmierer-Tätigkeiten und Designer-Aufträge sind nur wenige Beispiele. Eine gute erste Option ist zudem, deine bisherigen beruflichen Skills und alles, was du dir darüber hinaus angeeignet hast zu sammeln und aufzuschreiben. So bekommst du wahrscheinlich schon erste Ideen für Dienstleistungen, die du online anbieten kannst. Die oben genannten Internetseiten sind nicht nur gut, um an Aufträge zu kommen, sie helfen auch, einen Überblick über gängige Preise zu bekommen. Wenn du erst angefangen hast, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen, kannst du dir dort auch Inspiration holen, welche Arbeiten du selbst anbieten könntest.

Die Vorteile des Freelancer-Daseins

Als Freelancer hast du viele Vorteile gegenüber dem klassischen Angestelltenverhältnis.

Einige Beispiel:

  • Freie Zeiteinteilung: Du bestimmst selbst, ob du morgens, mittags oder nachts arbeitest. Hauptsache, du machst es überhaupt und lieferst zum vereinbarten Termin auch gute Ergebnisse.
  • Keine Abhängigkeit von einem Auftraggeber: Du kannst selbst bestimmen, für wen du arbeiten möchtest und für wen nicht. Dabei kannst du dich auch auf mehrere Auftraggeber gleichzeitig konzentrieren.
  • Festlegung des eigenen Lohns: Du brauchst nicht mehr das Gefühl zu haben, dich „unter Wert“ zu verkaufen. Wenn du gut in deiner Sache bist, bestimmst du selbst deinen Lohn. Dafür musst du natürlich am Ball bleiben und dir einen guten Namen machen (z.B. über Referenzen).
  • Ortsunabhängigkeit: Arbeiten im Park, im Café, oder in einem anderen Land? Viele Freelancer-Tätigkeiten kannst du am Laptop erledigen und somit selbst bestimmen, wo du dafür sein möchtest. Für viele ist dies der erste Schritt ins Online-Business.
  • Keine Weisungsgebundenheit: Als Freelancer werden deine Leistung und die vorraussichliche Arbeitszeit meist im Voraus mit dem Auftraggeber vereinbart. Darüber hinaus bist du nicht an Weisungen gebunden, wie du es als Angestellter wärest.
  • Geringe Startkosten: Für viele Tätigkeiten brauchst du nicht viel mehr als einen Laptop, einen Internet-Anschluss, dein Telefon etc.. Also Dinge, die du mit großer Wahrscheinlich sowieso zuhause hast. Die Gewerbeanmeldung ist zwar auch nicht umsonst, die Kosten halten sich aber in Grenzen – maximal 60 €. In Berlin habe ich beispielsweise gerade einmal 15 Euro gezahlt. Somit sollten die Kosten keine große Hürde sein.
  • Chancen auf hohes Einkommen: Während du in einer Anstellung oft nicht über dein vertragliches Gehalt hinauskommst, kannst du als Freelancer überdurchschnittlich gut verdienen. Voraussetzung ist natürlich, dass du gut bist, Durchhaltevermögen hast und ehrgeizig bist.
  • Keine Probleme mit schwierigen Kollegen: Da du deine Projekte meist in Eigenregie erledigst und sie zudem terminiert sind, musst du dich nicht lange mit schwierigen Kollegen rumärgern.
  • Arbeit, die Spaß macht: Du kannst dich auf Aufgaben spezialisieren, an denen du Spaß hast. Sollte sich dein Fokus irgendwann ändern, kannst du dich immer noch neu aufstellen und etwas Anderes anbieten.
  • Erweiterung des eigenen Netzwerks: Dadurch, dass du mit vielen unterschiedlichen Auftraggebern und vielleicht auch Freelancer-Kollegen zusammen arbeitest, lernst du oft neue Leute kennen und baust dir nach und nach ein Netzwerk auf. Bei guter Arbeit wirst zudem weiterempfohlen oder mehrfach beauftragt.

Es kommt zwar immer auf die individuelle Tätigkeit an, dennoch ist die Liste der Vorteile lang und dies ist nur ein Auszug davon. Natürlich will ich nicht verschweigen, dass es auch Nachteile geben kann. Dazu gehören vor allem der fehlende Anspruch auf ein festes Gehalt, wie man es aus einer Festanstellung kennt. Darüber hinaus musst du dich um deine Kranken-, Pflege- und Sozialversicherung selber kümmern.

Wobei du natürlich selbst entscheiden musst, ob das für dich wirklich Nachteile sind oder ob du auch über diese Dinge gerne selbst bestimmst und für dich die Vorteile überwiegen. Ich denke, dass du dich sowieso nur für ein Dasein als Freelancer entscheidest, wenn du dein Leben – und dazu gehören dann auch Finanzen und die eigene Vorsorge – selbst in die Hand nehmen möchtest.

Als Freelancer starten

Egal, ob du auf der Suche nach einer riesigen Herausforderung bist, deine Talente unter Beweis stellen willst, selbst für deine Finanzen verantwortlich sein willst oder dir nur nebenbei in Eigenregie etwas dazuverdienen möchtest – als Freelancer ist all das möglich. Wenn du (teilweise) ortsunabhängig arbeiten möchtest oder vielleicht einen Schritt in Richtung Online-Business machen willst, dann ist der Start als Freelancer ebenfalls eine gute Option und eine der schnellsten Möglichkeiten in die Selbstständigkeit zu starten. Jeder, der bereit ist Leidenschaft und Durchhaltevermögen einzusetzen, kann durch den Freelancer-Status ein hohes Maß an Freiheit und Flexibilität in sein Leben bringen!