Minimalismus liegt im Trend und ist vor allem beim Reisen besonders praktisch. Wer nur mit Handgepäck reisen möchte, wird schnell feststellen, dass weniger tatsächlich mehr ist. Welche Vorteile das leichte Gepäck hat und wie du dein Packverhalten optimieren kannst, darum geht es in diesem Artikel.

Update: Die aktuelle Situation lässt zwar keine oder nur eingeschränkte Reisen zu, aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Grund genug also, dieses Thema einmal anzusprechen und für die nächste Reise im Hinterkopf zu haben.

Nur mit Handgepäck fliegen – leichtes Gepäck hat viele Vorteile

Reisen ist stressig. Zuerst den schweren Koffer zum Flughafen schleppen, dann durch die langen Schlangen am Schalter kämpfen und am Zielort in der Hitze auch noch ewig auf das Gepäck warten. So sieht wohl in der Hochsaison der Alltag vieler Reisender aus. Vielleicht kommt dir das selbst auch bekannt vor. Aber warum tun sich viele diesen Stress an, wenn sie doch deutlich entspannter und leichter unterwegs sein könnten?

Das Reisen nur mit Handgepäck hat viele Vorteile:

  1. Nur mit Handgepäck fliegen ist meist günstiger. Viele Airlines verlangen für Gepäck, das aufgegeben wird, höhere Preise.
  2. Du hast mehr Zeit am Abflugort bzw. Flughafen und sparst dir lange Schlangen an der Gepäckaufgabe.
  3. Am Zielort angekommen, gibt es für dich kein langes Warten bei der Kofferausgabe. Stattdessen kannst du direkt aus dem Flieger steigen und raus aus dem Flughafen.
  4. Du umgehst das Risiko, dass dein Koffer verspätet oder gar nicht ankommt – ein Worst-Case, der gar nicht so selten vorkommt. Wenn du nur mit Handgepäck unterwegs bist, sparst du neben Zeit auch Nerven.
  5. Leichtes Gepäck lässt sich besser organisieren. Du findest schneller was du suchst und sparst vor allem bei mehreren Unterkunftswechseln wieder Zeit und hast weniger zu tragen.
  6. Vor allem als Backpacker wirst du dir selbst für jedes einzelne Kilo, das du nicht eingepackt hast, dankbar sein! 😉

Nur mit Handgepäck reisen – Umsetzungs-Tipps

Wenn du zum ersten Mal nur mit Handgepäck reisen willst und zuvor eher mit viel Gewicht unterwegs warst, musst du dein Gepäck natürlich nicht mit einem Mal von 22 auf 6 Kilo optimieren – das ist wahrscheinlich auch nur schwer möglich. (Zudem kommt es auch darauf an, ob du z.B. ein Online-Business betreibst bzw. remote arbeitest und deinen Laptop + Equipment dabeihast). Versuche stattdessen eher bei jeder Reise etwas weniger mitzunehmen und bewusst darauf zu achten, welche Kleidungsstücke, Hygieneartikel und andere Utensilien aus einem Gepäck du gar nicht gebraucht hast. Diese lässt du beim nächsten dann Mal zuhause.

Was dir hierbei enorm helfen kann ist eine Packliste, die auf deine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Am Anfang ist dies nur eine allgemeine Liste, aber mit der Zeit und mit jeder weiteren Reise kannst du an der Liste feilen und sie immer weiter optimieren.

Just in Case-Dinge

Mal ehrlich – wie oft hast du schon deine Koffer gepackt und dabei unzählige zusätzliche Klamotten und anderes „nur für den Fall, dass…“ eingepackt?

Ich denke gerade zurück an meine erste Reise nach Südostasien, genauer gesagt nach Thailand. Ich stand vor dem geöffneten Kleiderschrank und fing wahllos an, Kleidungsstücke zusammenzusuchen und in die Reisetasche zu sortieren. Und als ich so packte, kam mir irgendwann der Gedanke: „Es könnte ja auch mal kalt werden“. Also kamen zusätzlich zu Shirts und Shorts noch eine Strickjacke, ein Hoodie und eine Regenjacke ins Gepäck. Zudem noch ein zweites paar Sneakers, nur für den Fall, dass ich die Schuhe mal wechseln will…

Und was glaubst du, wie viel ich von dem ganzen Zeug gebraucht habe? Du ahnst es wahrscheinlich. Die ersten zwei Wochen war ich im Süden von Thailand. Mit anderen Worten: Tagsüber 35 Grad, nachts nie weniger als 26, da war selbst die dünnste Bettdecke zu viel. Und auch die anschließenden Tage in Bangkok waren so heiß, dass ich nur mit Flip Flops durch die Stadt gelaufen bin. Zum Glück hatte ich aber genug warme Sachen dabei. Man weiß ja nie 😉

Die Botschaft ist wahrscheinlich angekommen. Natürlich gibt es Orte und Situationen, in denen ein zusätzliches Teil nicht verkehrt ist. Trotzdem ist es für dich und dein Reisegepäck besser, hier ein Limit zu setzen. vieles von den „Just in Case“-Dingen, die wir eigentlich nie brauchen, könnten wir im Ernstfall auch vor Ort besorgen. Und auch ein paar Kleidungsstücke kannst du zur Not mal im Hotel oder Airbnb von Hand waschen.

Die Anti-Packliste

Wenn du dein Handgepäck reduzieren willst, gibt es etwas, das fast noch wichtiger ist als die Packliste selbst – die Anti-Packliste! gemeint ist damit eine Liste mit Dingen, die du unbedingt zuhause lassen solltest. So wie ich damals in Thailand, hast du bestimmt auch schon einmal einen 20-Kilo-Koffer bei tropischer Hitze durch die Gegend getragen. Und das alles nur, um am Ende der Reise festzustellen, dass der meiste Inhalt überflüssig war.

Nachfolgend daher einige Tipps für deine persönliche Anti-Packliste:

  • Schwere Bücher: Auch wenn du gerne liest, der letzte Harry Potter verursacht im Gepäck nur Rückenschmerzen. Nimm stattdessen lieber einen E-Book-Reader mit (z.B. den Kindle Paperwhite, mein Favorit seit Jahren) und spare so eine Menge an Gewicht und Platz.
  • Doppelte Rationen und Notfallvorräte: Mal ehrlich – wer braucht schon zwei Tuben Zahncreme oder Vorräte an Mückenspray auf seiner Reise? Vor allem, wenn ihr zu zweit oder mit mehreren reist, habt ihr den großen Vorteil, Hygieneartikel und andere Verbrauchsgegenstände teilen zu können und dadurch einiges an Platz zu sparen. Zudem findet man (fast) alles, was man so braucht, auch in den meisten Ländern und Orten der Welt.
  • Unnötige Kleidung: Wie bereits erwähnt, macht es wenig Sinn, in Südostasien eine Jacke, dicke Klamotten oder mehrere paar Schuhe mitzunehmen. Sei realistisch und passe deine Garderobe dem Klima an.
  • Essen & Trinken: Einige Leute scheinen förmlich damit zu rechnen, an ihrem Zielort zu verhungern. Ich verstehe zwar, dass jeder Mensch seinen Lieblingssnack hat oder eine bestimmte Sorte Tee oder Kaffee gewohnt ist. Aber das schöne am Reise ist doch, neben der fremden Kultur und dem neuen Klima, auch das „auf sich zukommen lassen neuer Gegebenheiten“. Auch mit schlechtem Kaffee kann man eine Reise überstehen und am Ende sogar darüber lachen, glaub mir!
  • Schweres Equipment: Wenn du – so wie ich – das Reisen und Arbeiten verbindest, hast du wahrscheinlich sowieso schon etwas mehr zu tragen als ein einfacher Tourist. Überlege dir, wie viel von deinem Setup du wirklich brauchst und ob nicht auch mal ein Tablet den Laptop ersetzen kann. Das spart übrigens auch nervige Sandkörner in der Tastatur 😉

Dinge, die du wirklich brauchst

Wenn du dir einmal die Zeit nimmst und darüber nachdenkst, was du für deine Reise wirklich brauchst, sollte die Liste überschaubar sein:

  • Flugticket
  • Reisepass, Impfausweis und andere wichtige Dokumente
  • Bargeld und / oder zumindest eine Reise-Kreditkarte
  • Handy inkl. Dokumente und Kopien
  • Notwendige Medikamente (in realistischen Mengen)
  • Zahnbürste (die man notfalls auch überall auf der Welt kaufen kann)
  • Hygieneartikel
  • Kleidung, entsprechend des Klimas am Zielort

Viel mehr ist es doch nicht, oder? Na klar, ist eine gute Kamera oder das Lieblingsparfum etwas, das im Urlaub für die meisten nicht fehlen sollte. Doch alles, was über den Basics hinaus im Gepäck landet, sehe ich eher als Luxusgegenstände oder Extra. Wenn du also wirklich Gewicht reduzieren und nur mit Handgepäck reisen willst, sei ehrlich zu dir selbst. Überlege dir vor der Reise genau, was du brauchst (und in welchen Mengen!) und was du notfalls am Zielort kaufen kannst oder vielleicht sogar gar nicht benötigst.

Zusätzlich kannst du mit einigen Gadgets sogar noch deutlich mehr Platz sparen:

3 coole Gadgets, die richtig Platz sparen im Gepäck

Ultraleichte Daunenjacke

Passt in jeden Rucksack und schützt zuverlässig vor Wind und Wetter!

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Dr. Bronner Magic Soap

Ein einzelnes Produkt, mit dem du bis zu 18 andere aus deinem Koffer verbannen kannst!

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Universal Reiseadapter

Ein Adapter für jedes Land. Inkl. 4 USB-Slots – so lädst du alle Geräte gleichzeitig!

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Die Dr. Bronner Magic Soap ist übrigens ein echter Geheimtipp unter Backpackern. Das ist nicht irgendein Hippie-Waschzeug, sondern eine gut durchdachte und hochkonzentrierte Seife, die nicht nur vegan und biologisch abbaubar ist, du bekommst damit stolze 18 Produkte in einem. Neben Duschgel, Handwaschmittel und Shampoo, könntest du mit der Dr. Bronner Naturseife sogar deine Zahncreme ersetzen, was sie zu einem perfekten Reisebegleiter macht. Letzteres ist natürlich Geschmacksache, aber ein Versuch ist es wert 😉

Bei der Daunenjacke kommt es natürlich darauf an, wohin du reist. Sie ist zwar ultraleicht, wäre aber auf meiner Reise nach Panama und Kolumbien dennoch überflüssig gewesen. Der Reiseadapter hat hingegen immer gute Dienste geleistet, vor allem, um über Nacht mehrere Geräte parallel aufzuladen. Definitiv ein Gadget, das ich nicht mehr missen will.

Was darf im Flieger ins Handgepäck und was nicht?

Bevor du dich nun an deine Packliste setzt oder den Backpack rauskramst, noch ein paar grundlegende Infos. Wenn du nur mit Handgepäck fliegen willst, musst du dich mit einigen Bestimmungen vertraut machen.

Zuerst einmal ist wichtig zu wissen, was überhaupt als Handgepäck gilt und wie viele einzelne Gepäckstücke und Gegenstände du in die Kabine mitnehmen darfst. Bei den meisten Airlines gilt für Koffer oder Taschen, die mit an Board genommen werden eine maximale Abmessungen von 55 cm × 40 cm × 20 cm. Ob diese Abmessungen für deinen speziellen Flug gelten und was du darüber hinaus noch mit an Board nehmen kannst, solltest du im Vorfeld immer bei der Airline nachlesen. Sicher ist sicher.

(Wenn du einen Backpack suchst, der fürs Handgepäck der meisten Airlines geeignet ist, kann ich dir diesen von THE NORTH FACE ans Herz legen. Nutze ich selbst schon länger und bin top zufrieden!)

Nun aber zurück zum Thema – Auf der Infografik siehst du alle Dinge, die ins Handgepäck dürfen bzw. nicht dürfen.

Diese Reglungen gelten EU-weit und darüber hinaus auch in den meisten anderen Ländern weltweit. Wichtig ist auch, dass du die Reglungen zu Flüssigkeiten im Handgepäck beachtest, die seit einigen Jahren gelten.

Mit wenig Gepäck reisen – mein Fazit

Weniger ist mehr. Wer nur mit Handgepäck unterwegs ist, spart oft Zeit und nerven. Mit leichtem Gewicht zu reisen ist weniger kompliziert, als es zuerst scheint. Mache dir beim Planen deiner Packliste Gedanken darüber, was du wirklich brauchst und lasse mit jeder neuen Reise mehr zuhause, bist du das für dich optimale Volumen und Packgewicht gefunden hast.

So bin ich es selbst Stück für Stück angegangen und habe nun mein optimales Reisesetup gefunden. Ich bin mittlerweile fast ausschließlich mit Handgepäck unterwegs und habe dabei immer weniger als 10 Kilo dabei. Wie das aussieht, siehst du hier im Bild. Dies war beispielsweise mein Gepäck für eine dreiwöchige Reise nach Südafrika inkl. Roadtrip. Und ähnlich sah es auch auf dem Trip nach Panama aus – 8 Kilo im Backpack und noch ein paar Kleinigkeiten im Rucksack.

Reisen nur mit Handgepäck mein Setup
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